Haefs, Gabriele (Übersetzerin)
Cadhain, Máirtín Ó

Die Asche des Tages

Roman

Jeder kennt diese Situation: Man schiebt etwas so lange vor sich her, bis es fast unmöglich erscheint, es noch in Angriff zu nehmen. Wenn es sich aber um die Beerdigung der eigenen Frau handelt, wird es doch irgendwann brenzlig. So geht es N., der gerade seine Frau verloren hat und sich nun um die Beerdigung kümmern müsste, aber statt dessen irrt er verloren durch Dublin, ohne Geld, Plan oder Whiskey, während die Menschen um ihn herum ihren Verrichtungen nachgehen, als wäre nichts geschehen. Allein mit seiner Trauer und seinem Gedankenkarussell, weiß er weder wohin, noch was zu tun ist – und indem die Zeit verstreicht, wird es immer unmöglicher, nach Hause zurückzukehren, wo zu allem Überfluss noch die bösen Schwestern seiner Frau lauern. 

Typisch Ó Cadhain: komisch, skurril, sprachmächtig, tieftraurig und ohne jede Pathetik. Die unheimliche Nähe von Tragik und Komik durchzieht auch dieses letzte Meisterwerk des Autors, der nicht nur deshalb einer der Lieblingsdichter der Iren ist, betrachten sie sich selbst doch als Verkörperung eben dieser Nähe.

Am 18. Oktober 2020 jährt sich Máirtín Ó Cadhains Todestag zum 50. Mal und in Irland dauern die damit verbundenen Feierlichkeiten das ganze Jahr über an, denn Ó Cadhain gilt als wichtigster irischer Autor des 20. Jahrhunderts.


1. Auflage 2020, 120 Seiten, Halbleinen, 367 g
ISBN 9783520603012

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