Adam Mickiewicz

Mickiewicz, Adam, poln. Dichter, 24.12.1798 Zaosie/Litauen – 26.11.1855 Konstantinopel. Sohn e. kleinadl. Advokaten. 1807–15 Mittelschule Nowogródek, 1815–19 Stud. klass. Philol. u. Lit. Univ. Wilno; 1819 Lehrer in Kowno. Steht stark unter dem Einfluss der Geheimbünde der Philomaten u. Philareten, 1823 von der russ. Regierung 5 Monate eingekerkert u. aus Litauen ausgewiesen. Zunächst nach Petersburg, 1825 Odessa. Von hier Ausflug auf die Krim, schließl. 1826–28 Moskau. Begegnung mit A. Puskin. 1829 Erlaubnis für e. Auslandsreise (Emigration) nach Hamburg, Berlin, Dresden, Prag, Karlsbad, Weimar(Empfang bei Goethe), Bonn (A.W. Schlegel), der Schweiz u. Italien. Bei Ausbruch der Revolution 1831 Reise von Rom über die Schweiz u. Paris nach Posen. Von hier nach Dresden, 1832 nach Paris. Mitarbeit in vielen Gesellschaften, Organisationen u. Zeitungen. Stark beeindruckt von Saint-Simon u. dem revolutionären Katholizismus des Abbé Lamennais. 1834 heiratet er Celina Szymanowska, wenig glückl. Ehe; 1839/40 Lehrer für Latein Univ. Lausanne, Dez. 1840 Prof. für slaw. Lit. am Collège de France Paris, 1844 entlassen. 1841–47 unter dem nachteiligen Einfluss Towianskis. Papstbesuch. 1849 Chefredakteur der Zs. ›Tribune des Peuples‹. Teilnahme am Krimkrieg, wollte e. poln. Legion bilden. Starb an Cholera,1890 Überführung in die Gruft der poln. Könige zu Krakau. – Größter poln. Dichter. (aus: Wilpert, Lexikon der Weltliteratur 4. Auflage 2004)